Dieses Wochenende war es endlich soweit. Gut ein Jahr haben die IGSN (Interessengemeinschaft für Schildkrötenschutz- und Nachzucht e.V.) und die Schildkrötenauffangstation Dorsten e.V., gemeinsam mit vielen fleißigen Helfern, auf dieses Wochenende hingearbeitet. Denn die beiden Vereine veranstalteten gemeinsam das 1. NRW-Schildkrötenwochenende.

Am Samstag fand die Veranstaltung im Haus Schult in Dorsten statt. Das Haus Schult hat dafür sein gesamtes Hotel (abgesehen der Schlafräume) kostenlos zur Verfügung gestellt. Dazu zählte auch ein riesen Veranstaltungsraum. Dort spielte sich der Hauptteil der Veranstaltung ab. Der Raum wurde mit einem großen Vorhang in einen Verkaufsraum und einen Hörsaal unterteilt. Im Verkaufsraum fanden Verkäufe aber auch reichlich Informationsaustausch statt, denn auch einige Vereine wie z.B. die ViVe (Vivaristische Vereinigung, welche regelmäßig die Station vor Ort unterstützt) oder die IGSN und der Hauptsponsor Floragard waren vor Ort, um sich mit Schildkrötenhaltern zu unterhalten, sie zu informieren oder Informationen zu sammeln.
Für die IGSN waren Andreas Beck und Georg Strachon vor Ort, für die ViVe Inge Winterberg und Heinrich Altenfeld.

Der größte Stand war der Pflanzenverkauf. Monatelang haben die Futterpflanzenverkäufer Karin, Klaus, Waltraud und Stephan Pflanzen herangezogen, um sie an diesem Wochenende anzubieten.
Abgesehen davon konnte man Bücher, Fachzeitschriften, Technik, süße Schlüsselanhänger bei den Schildkrötenfreunden Horst, Tombolalose bei Barbara und Joshi u.v.m. kaufen.

Im Hörsaal konnten alle Besucher spannenden Vorträgen lauschen. Den Auftakt gab Buchautor Thorsten Geier. Er zeigte und die natürlichen Lebensräume Europäischer Landschildkröten und seine vorbildliche Haltung zuhause. Der Hörsaal war rappelvoll.

DSC03568

Danach folgte ein Vortrag unserer „Kräuterhexe“ Uta Heye. Sie erklärte uns, was unsere Europäischen Landschildkröten fressen dürfen und wieso es Wildpflanzen sein sollten. Sie war natürlich später auch für die Kräuterkurse zuständig.

Elmar Meier, berichtete von der Zucht der bedrohten asiatischen Sumpfschildkröten im Zoo Münster oder auch in Asien selbst. Da die meisten Besucher vorrangig an Europäischen Landschildkröten interessiert waren und Elmar Meiers Vortrag diese nicht berücksichtigte, hielt er seinen Vortrag in einer etwas kleineren, aber dafür äußerst interessierten Runde.

Heinrich Altenfeld und Elmar Meier
Heinrich Altenfeld und Elmar Meier

Parallel hielt Thorsten Geier einen Vortrag für unsere kleinen Gäste, denn es gab zwei Kindervorträge im Nebenraum. Dort erklärte Thorsten Geier kindgerecht wie man Europäische Landschildkröten halten sollte und warum das so wichtig ist. Die Kinder waren super fasziniert und hingen ihm gebannt an den Lippen. Insgesamt gab es zwei dieser Vorträge, damit die Länge die Kleinen nicht überstrapaziert. Aber auch zwischen den Kindervorträgen mussten sich die Kleinen nicht langweilen, denn es gab ein Kinderbetreuungsteam, welches sich um sie gekümmert und mit ihnen gespielt oder sie geschminkt hat.

Der nächste Vortrag für die Großen wurde von der Tierheilpraktikerin Amine Fehr gehalten. Auch wenn sie sagte, dass sie sehr nervös war, war ihr Vortrag einfach spitze und gut besucht. Sie hatte sogar eine kleine Fanbase dabei 🙂

DSC03661

Der junge Tierarzt Tobias Friz erzählte uns, mit seiner super lässigen und kurzweiligen Art, einiges über den „Patient Schildkröte“. Mit seiner durchaus nachvollziehbaren und gut argumentierten Sichtweise, dass Schildkröten nicht nur bei einem starken sichtbaren Wurmbefall eine Kur bekommen sollten, sorgte er für viel Interesse und freundliche Diskussionen.

Tobias Friz und Moderator Ralf Czybulinski
Tobias Friz und Moderator Ralf Czybulinski

Den letzten Vortrag sollte eigentlich Rolf Rachuba halten, jedoch war dieser leider verhindert. Zum Glück hatte Heinrich Altenfeld eine Präsentation für alle Fälle vorbereitet und zeigte uns stattdessen seine Spornschildkrötenhaltung. Sein Ziel war es, Halter, die z.B. Griechen halten und sich für die hübschen Spornschildkröten als nächste Anschaffung interessieren, aufzuklären, in Hinblick auf z.B. Platz und Stromverbrauch.DSC03672

Zum Schluss folgte eine ganz kurze Podiumsdiskussion, bei der sich alle noch anwesenden Referenten für Fragen zur Verfügung stellten. Danach konnten wir den Abend endlich mit gutem Essen ausklingen lassen. Alle, sowohl Veranstalter als auch Besucher, wirkten sichtlich zufrieden. Die Vereine hatten reichlich Kontakte knüpfen können, die Verkäufer konnten gute Verkaufszahlen verzeichnen.

DSC03682

Der Hauptgewinn, eine große Filterpumpe der Firma JBL wurde vom Gewinner an die Auffangstation gespendet. Ein riesen Dankeschön an Martin Pianta für diese großzügige Spende!

DSCN0780

Nach der Veranstaltung ließen wir den Abend gemeinsam ausklingen. Der tag war ein voller Erfolg, alle waren zufrieden.

DSC03701

Am nächsten Tag ging es dann um 10 Uhr weiter. Die Auffangstation öffnete ihre Tore.

Es gab spannende Kräuterkurse, zahlreiche Stationsführungen, eine weitere Tombola, eine Kinderbetreuung und natürlich waren die Verkäufer und Infostände auch wieder dabei.

DSC03746
Utas Kräuterkurse waren zahlreich besucht
Auch die Stationsführungen waren gut besucht
Auch die Stationsführungen waren gut besucht

DSC03738

Im Laufe des Tages wurden sogar ein paar Tiere, nach vorheriger Absprache und Erledigung aller bürokratischen Aspekte, in neue, gute Hände gegeben. Wir freuen uns, dass ein paar Tiere ein neues Zuhause finden konnten.

DSC03809

DSC03816

Das Wochenende war ein voller Erfolg. Ich glaube alle waren glücklich am Ende. Nach ca. einem Jahr Planung waren alle erleichtert, dass das Wochenende wie geplant verlief. Das verdanken wir alle dem großartigen Team und den beiden Vereinen. Wir haben alle echt viel Arbeit investiert. Vieles sieht man als Besucher auf so einer Veranstaltung gar nicht. Das Großziehen der Futterpflanzen, die Vorbereitungen für die Präsentationen und Führungen, die Gestaltung der Werbemittel, das Bekleben der Wertmarken, das Vorbereiten aller Speisen, der Aufbau, die Planung… all das passiert lange vor so einer Veranstaltung und ist ohne viele Hände nur schwer möglich.

Möglich gemacht haben es vor allem Ralf Czybulinski und Barbara Klobusch. Sie haben diese Veranstaltung ins Leben gerufen, den mit Abstand größten Teil der organisatorischen Arbeit geleistet und uns alle motiviert mitzumachen. Da steckte viel Herzblut drin. Ohne die beiden hätte es solch ein Wochenende in NRW nicht gegeben.

Ich hoffe, dass nicht nur die Helfer, sondern auch die Besucher diese Veranstaltung noch lange in guter Erinnerung behalten werden. Ich freue mich auf jeden Fall dabei gewesen zu sein und werde sie nicht so schnell vergessen 🙂

Das gesamte Helferteam. Ein besseres Team gibt es nicht
Das gesamte Helferteam. Ein besseres Team gibt es nicht

Da rund 60 Fotos den Rahmen meines Blogs sprengen, kann man diese auf Facebook anschauen 🙂

Ich bin nun müde und gehe mich ausruhen. Heute habe ich erst einmal ein paar grobe Infos gegeben. Bestimmt fallen mir morgen noch zig Sachen ein, die ich ergänzen werde. Nochmal reinschauen lohnt sich also 🙂

Das 1. NRW-Schildkrötenwochenende in Dorsten am 28. und 29. Mai 2015

5 Gedanken zu „Das 1. NRW-Schildkrötenwochenende in Dorsten am 28. und 29. Mai 2015

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.