Dies ist keine Anleitung, die man eins zu eins befolgen kann, um eine Aquarienrückwand zu bauen. Es ist viel mehr ein Bericht über unsere letzten Erfahrungen beim Bau unserer zweiten Rückwand. Manches hat sich als gut erwiesen, andere Dinge würden wir, beim Bau der nächsten Rückwand für unsere Wasserschildkröten, anders machen.

Unsere erste Rückwand hat uns allerhand Ärger bereitet. Die Querstreben des Aquariums verhinderten das Einsetzen einer Rückwand in einem Stück. Also mussten wir sie stückeln und im Becken zusammensetzen.rueckwand schildkroeteDazu kam, dass wir sie im Winter gebaut haben. Die Raumtemperatur auf dem Dachboden, reichte nicht aus, um den Epoxidharz richtig aushärten zu lassen. Beim ersten Versuch blieb er klebrig und damit giftig. Daher wollte ich die nächste Wand ohne Harz bauen. Einigen Erfahrungsberichten zufolge, ist dieser auch nicht zwingend notwendig. Die Meinungen gehen hier jedoch extrem auseinander.

Die neue Rückwand fertigten wir für das Eckaquarium unserer Starrbrust- Pelomedusen an. Abgesehen von den schmalen Glasstreben die für gewöhnlich an den Oberkanten aller Aquarien haften, gab es hier keine Hindernisse.

Wir kauften Styropor in verschiedenen Dicken. Die Rückwand selbst musste nicht sehr dick sein. Sie wurde so zugeschnitten, dass sie genau an eine Glasscheibe des Eckaquariums passte.rueckwand1Danach wurde mit sehr dickem Styropor der Landteil geplant. Dieser Part unterscheidet den Bau einer Rückwand für Wasserschildkröten, von dem Bau einer Rückwand für ein Fischbecken. Ich wollte den Landteil dieses Mal aus einem Stück bauen, statt mehrere dünne Ringe aus Styporor übereinnader zu setzen. Das geht zwar auch, jedoch war der Landteil der ersten Rückwand damit nicht wirklich wasserdicht.

Der neue Landteil sollte eine größtmögliche Sandkuhle aber auch einen festen Sonnenplatz haben. Die Sandkuhle dient als möglicher Eiablageplatz und zum Eingraben. Neben dem Sonnenplatz sollte es mindestens eine Stufe geben, über die die Schildkröten leicht an Land gehen können.rueckwand2Die Form wurde mit einem Teppichmesser ausgeschnitten. Auch die Sandkuhle wurde mit dem Messer ausgehöhlt. Ganz zum Schluss habe ich die Oberfläche mit einem Heißluftföhn etwas erhitzt, damit die Flächen glatter und härter werden. Geschmolzenes Styropor wird wie Plastik. Achtung: Übertreibt es mit dem Föhnen nicht. Das Styropor kann gefährlich scharfe Kanten bekommen, wenn man es zu stark wegschmelzt. Man muss die Kuhle wirklich ausschneiden. Wenn man sie einfach wegschmelzen will, wird der Boden der Kuhle rasiermesserscharf und man setzt ungesunde Dämpfe frei. Am besten föhnt man eh an der frischen Luft.rueckwand4Damit die Ebene nicht so kantig bleibt, kann man mit dem Teppichmesser einfach scheibchenweise die Form abrunden. Das macht die ganze Form etwas natürlicher.rueckwand6rueckwand7Danach wurde erst einmal getestet, ob der Landteil in das Becken passt. Hier besteht die große Gefahr, dass alles in Einzelteilen zwar in das Becken passt, es am Stück jedoch nachher nicht mehr reinpasst. Man braucht immer einiges an Spielraum. Der muss eingeplant werden.
Wir haben die Rückwand daher im Becken mit Zahnstochern zusammengesteckt und dann geschaut, ob wir sie komplett raus bekommen.rueckwand8rueckwand9Draußen haben wir die losen Teile mit Aquariensilikon zusammen geklebt. Normaler Silikon ist ungeeignet, da er Fungizide etc. beinhaltet. Aquariensilikon bekommt man mittlerweile eigentlich in jedem Baumarkt. Vor ein paar Jahren war das noch schwieriger. Als das Silikon getrocknet war, wurde die Rückwand mit Fliesenkleber bestrichen.rueckwand10Mindestens vier Schichten sind nötig. An den Silikonnähten muss man sehr achtsam arbeiten, da der Fliesenkleber nicht so gut auf Silikon haftet. Anfangs sieht die Rückwand noch sehr pickelig aus. Mit jeder Schicht Fliesenkleber wird sie jedoch ebener. Zudem wird die Wand immer fester und schwerer.rueckwand12Entweder kann man die Rückwand nach dem Trocknen des Klebers streichen oder in den noch nassen Fliesenkleber Sand drücken. Wir entschieden uns für Acrylfarbe, da wir in verschiedenen Anleitungen lasen, dass dies reichen würde und den Einsatz von Harz unnötig macht. Der blanke Fliesenkleber kam uns zudem noch zu weich vor. Man kann leicht die Fingernägel reindrücken, sodass ich nicht davon ausgehe, dass sie den Schildkrötenkrallen lange standhalten würde. Ich entschied mich, so wie bei unserer ersten Rückwand für einen hellen Sandton und einen Braunton.Nach dem Trocknen der Farbe stellten wir feine Risse fest, die auch nach einer zweiten Schicht wieder auftraten. Im Baumarkt erklärte man uns nun, dass Fliesenkleber und Acrylfarbe reagieren und sich abstoßen. Wir hätten eine Grundierung vorher benutzen müssen. Toll, das hatte uns der erste Mitarbeiter beim Kauf des Farbe nicht gesagt. Nun war es zu spät. Wir hatten zwei Möglichkeiten: Rückwand neu bauen oder doch einen Harz verwenden, damit darunter alles verschlossen wird uns nichts abblättert.rueckwand14Wiederwillig entschied ich mich für Harz. Im Baumarkt gibt es jedoch keinen Epoxid- Harz, sondern nur Polyesterharz. Ebenfalls ein Zweikomponentenkleber. Online findet man hierzu auch wieder sehr unterschiedliche Meinungen. Leider sind die wenigsten davon auch nur ansatzweise fundiert. Aber es gab auch wieder konkrete Bauanleitungen in denen Polyesterharz verwendet wurde. Da wir nicht die Möglichkeit hatten auf eine Lieferung von teurem Epoxidharz zu warten, nahmen wir den Polyesterharz.

Ich hatte echt Panik vor dem Anmischen, da dieses so exakt geschehen muss. Hier war es jedoch echt einfach. Auf dem Boden des beiliegenden Pöttchens waren zwei Striche abgebildet. Diese zeigten wie viel von dem Härter man aus der Tube dazu geben musste. Zwei Würstchen, so lang und dick wie die Striche, Kleber drauf und verrühren.rueckwand15Danach hatte ich max. 10 Minuten Zeit die Mischung aufzutragen, bevor sie im Pöttchen fest wurde. Da es sehr heiß war, verkürzte sich der Prozess auch noch, sodass es einmal schon geleeartig wurde und schnell aus dem Pöttchen entfernt werden musste.rueckwand16Der Gestank war abartig, aber das war er beim Epoxidharz damals auch. Der Unterschied lag jedoch darin, dass der Gestank des Epoxidharzes damals schnell verflog. Der Polyesterharz roch noch nach Wochen und wir befürchteten schon, dass wir sie niemals zu den Schildkröten packen könnten. Dann verflog er doch allmählich. Die Rückwand wurde dann in das Becken gesetzt. Durch die Schichten Fliesenkleber, Farbe und Harz nahm die Wand an Volumen zu, sodass es leider zu ein paar Macken beim Einsetzen kam. Diese wurden mit dem Aquariensilikon repariert. Wir ließen den Deckel noch eine ganze Weile ab, bis der letzte Hauch Geruch weg war. rueckwand17Dann fiel uns auf, dass die Oberfläche leicht klebrig blieb. Ich befürchtete, dass Kleber und Härter wieder nicht korrekt reagiert haben, jedoch bleibt Polyesterharz einfach leicht klebrig. Wenn man die Handfläche drauf drückt und sie dann hochzieht bleibt man etwas pappen, beim Drüberstreichen merkt man jedoch nichts. Giftig ist es zudem laut Herstellerangaben auch nicht. Ich pappte also einfach doch noch Sand auf die Liegeflächen.rueckwand18Nach einigen Wochen konnten wir endlich Wasser in das Becken füllen und die beiden Starrbrust- Pelomedusen konnten zusammen mit ihren beiden Goldfischen einziehen. Alle sind wohl auf. rueckwand19Zurückblickend würden wir keinen Polyeserharz mehr nehmen. Zudem wird auf jeden Fall eine Grundierung verwendet, die das Verwenden eines Harzes evtl. ja überflüssig macht. Zudem planen wir mehr Platz ein, da die Wand durch Kleber, Farbe etc. dicker wird und nicht mehr passt, wenn man millimetergenau vorher gearbeitet hat.

 

 

 

 

Rückwandbau: Bau einer Aquarienrückwand mit Landteil

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.