Eine Kotuntersuchung ist vor der Winterstarre unabdingbar. Wenn eine Schildkröte mit starkem Parasiten-/ Wurmbefall eingewintert wird, kann dies tödlich enden. Daher sollte man gegen Anfang September eine Kotuntersuchung durchführen lassen. Nur so ist auch noch genügend Zeit, bis zur Winterstarre, um eine Kur durchzuführen und das Medikament samt Parasiten komplett auszuscheiden. Die Wintervorbereitung beginnt also schon dann, wenn vom Winter noch nichts zu spüren ist.

Zur Verfügung gestellt von www.landschildkroetenbabies.de
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Es ist nicht unbedingt nötig, die Schildkröte zum Tierarzt zu bringen. Es reicht aus, eine frische Kotprobe einzusenden. Das erspart dem Tier Stress… und uns Geld 😉 Man kann sich dafür kleine Röhrchen vom Tierarzt geben lassen. Zudem benötigt man nicht unbedingt Kotproben von jeder einzelnen Schildkröte, aber es kann sinnvoll sein, ihn über mehrere Tage zu sammeln. Wenn bei einer Schildkröte ein Befall diagnostiziert wird, muss man davon ausgehen, dass alle Schildkröten befallen sind und demnach auch alle behandeln.

Wird ein Befall festgestellt, muss eine Kur durchgeführt werden. Diese besteht aus einer Paste die oral verabreicht wird. Der Tierarzt kann diese entweder selbst verabreichen oder dem Halter erklären, wie er dies selbst durchführen kann. In beiden Fällen benötigt der Tierarzt das genaue Gewicht der Schildkröte, um die richtige Dosis zu bestimmen. Mit einer nadellosen Spritze, verabreicht man die Kur. Die Spritze wird weit in den Rachen gesteckt, was für uns Menschen echt fies wirkt. Schildkröten haben jedoch keinen Würgereiz und könnten sich sonst gefährlich verschlucken.
Manche Halter verabreichen Ihren Schildkröten die Kur ganz einfach, in dem sie die Paste unter Bananenbrei oder aufgeweichten Zwieback mischen. Die Schildkröten können i.d.R. nicht widerstehen. Vor allem, wenn man dann noch eine Kur mit Apfelzimtgeschmack hat 🙂 Solch ein Leckerlie ist jedoch umstritten. Zudem besteht das Risiko, dass nicht die gesamte Portion gefressen wird und daher die Dosis nicht stimmt.

Wichtig zu wissen ist, dass Schildkröten latente Parasitenwirte sind. Das heißt sie sind eigentlich dauerhaft der Wirt irgendwelcher Würmer. Es kommt darauf an, wie stark der Befall ist. Ein leichter Befall muss nicht gleich mit einer Wurmkur behandelt werden. Uns wurde einmal gesagt, dass Schildkröten, die einmal behandelt werden mussten, meistens jährich eine Kur benötigen. Sie stecken sich in ihren Gehegen meistens selbst wieder an, vor allem wenn die milden Winter nicht reichen, um die Parasiten in der Erde abzutöten. Wir haben jedoch nun schon das zweite Jahr in Folge keine Kur durchführen müssen, nachdem wir einmal alle behandelt haben.

Wenn eine Kur doch nötig ist, bietet es sich an, diese nach der Winterstarre noch einmal zu wiederholen.

Quellen:
Thorsten Geier (2008): Fester Panzer – weiches Herz, 2. überarbeitete Auflage. S. 104. Biebertal: Kleintierverlag
Wolfgang Wegehaupt (2003): Die natürliche Haltung und Zucht der Griechischen Landschildkröten, 1. Auflage. S. 191. Tettnang: Wegehaupt  Verlag

 

Ist eine Kotuntersuchung vor der Winterstarre notwendig?

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