Es gibt diverse Knochenerkrankungen bei Schildkröten. Dazu zählen Rachitis, Osteomalazie, Osteoporose  und Osteodystrophia fibrosa.

Alle vier Erkrankungen betreffen das Skelett und die Struktur und Mineralisierung der Knochen. Jedoch sind die Ursachen, trotz mancher Ähnlichkeiten, unterschiedlich. Im Beitrag über Rachitis stehen allgemeine Informationen zur richtigen Ernährung, der Therapie und dem allgemeinen Aufbau von Knochen. Diese Informationen sind auch für die anderen Skeletterkrankungen relevant, jedoch wollen wir sie nicht immer wiederholen. Stattdessen bauen die Beiträge ein wenig auf einander auf und befassen sich jeweils mit den besonderen Eigenschaften einer Skeletterkrankung.

Die zweite Erkrankung, die wir erläutern wollen, ist die Osteomalazie.

Osteomalazie ähnelt der Rachitis, jedoch entsteht sie nicht dadurch, dass das Jungtier keine Mineralien einlagern kann. Stattdessen erweicht der eigentlich gesunde Knochen wieder, weil ihm plötzlich das nötige Kalzium fehlt bzw. wieder entzogen wird. Der Organismus entzieht dem Knochen das Kalzium wieder. Der Knochen wird weich, spröde, brüchig  und verbiegt sich. Die Ursachen sind ähnlich wie bei der Rachitis. Die Verhältnisse zwischen Kalzium, Phosphor und Vitamin D3 stimmen nicht. Vor allem eine Überdosierung von Phosphor, begünstigt durch Kalziummangel und zu wenig UV- Licht, entzieht dem Knochengewebe das Kalzium, da es sich mit dem Phosphor verbindet.

Ist der Kalziumspiegel im Blut zu niedrig, entzieht ein Hormon aus der Nebenschildrüse, dass für den Kalziumhaushalt im Blut verantwortlich ist, das benötigte Kalzium aus den Knochen. Zu viel Phosphor regt die Schilddrüse ebenfalls an dieses Hormon zu bilden.

Die Schildkröte wächst nun nicht mehr gesund, sondern das Skelett wird immer weicher. Auch hier entstehen höckrige, flache Panzer. Die Schildkröte bewegt sich kaum noch und frisst schlecht. Die Symptome sind ziemlich ähnlich mit denen der Rachitis.

Genauso ähnlich und unerlässlich ist demnach die Behandlung durch einen Tierarzt.

Eine Phosphorüberdosierung kann durch eine falsche Ernährung entstehen. Phosphorhaltige Lebensmittel sind z.B. Tomaten, Avocados, Artischocken, Bananen und Honigmelonen. Aber auch Futterinsekten haben einen ungünstig hohen Phosphorgehalt und sollten daher immer mit Kalziumpulver bestäubt werden. Salat ist bekannterweise kein geeignetes Futtermittel. Unter anderem, weil es kaum Kalzium enthält und dem gesunden Verhältnis so nicht dient.

Eine Faustregel besagt, dass das Kalzium- Phosphor- Verhältnis bei 2:1 liegen sollte. Oft wird aber zu einem höheren Kalziumanteil geraten.

Eine Osteomalazie tritt jedoch auch häufig bei trächtigen, eierlegenden Reptilien auf. Für die Beschalung der Eier wird viel Kalzium benötigt. Steht nicht genügend Kalzium für dern erhöhten Bedarf zur Verfügung, wird es aus den Knochen gezogen. Schlecht beschalte Eier können zu Legenot und sogar dem Tod des Weibchens führen. Die Eier sind nicht stabil genug und zerbrechen noch im Körper.

 

Quellen:
Carolin Dennert (2008): Ernährung von Landschildkröten, 4. Auflage. S. 95. Münster: Natur und Tier – Verlag
Wolfgang Wegehaupt (2003): Die natürliche Haltung und Zucht der Griechischen Landschildkröten, 1. Auflage. S. 119. Tettnang: Wegehaupt Verlag
Mara, W. P. 1996: Wasser- und Landschildkröten, S. 65f.. Ruhmannsfelden: bede Verlag

Skeletterkrankungen: Osteomalazie (Knochenerweichung)

3 Gedanken zu „Skeletterkrankungen: Osteomalazie (Knochenerweichung)

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